Über die Frontlinie zwischen Dialektik und Ontologie

Ontologie ist bezogen auf Gesellschaft und Geschichte immer reaktionär und affirmativ, also in diesem Kontext von Grund auf zu bekämpfen. Alle Ideologiebildung der bürgerlichen Gesellschaft ist im Kern ontologisch. Was bedient werden muss angesichts der zerreißenden Widersprüche, ist das “ontologische Bedürfnis” (Adorno), das auf Rückversicherung hinaus will, ohne zur radikalen Kritik der historischen Form zu gelangen. Zwischen (negativer) Dialektik und Ontologie kann es keine Versöhnung geben; hier scheiden sich die Wege grundsätzlich. Keineswegs zufällig erwärmt sich die gesamte postmoderne Ideologie eher an der “Fundamentalontologie” des Nazi-Philosophen Heidegger als an der Marxschen Dialektik in der Kritik der politischen Ökonomie. Nicht Marx bildet die zentrale Referenz, sondern Heidegger. Es ist längst überfällig, dass die Frontlinie zwischen Dialektik und Ontologie neu besetzt und der Kampf ausgetragen wird, gerade gegen die Negristen und sonstigen “linken” Heideggerianer.

Fußnote aus Robert Kurz, “Krise und Kritik II”, in Exit #11 (S. 100)

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